Eigenverbrauch. Wie viel Solarstrom nutzen Sie selbst?
Der Eigenverbrauch beschreibt den Anteil des erzeugten Solarstroms, der direkt im eigenen Haus genutzt wird. Dazu zählt beispielsweise PV-Strom für Haushaltsgeräte, eine Wärmepumpe oder das Laden eines Elektroautos. Auch Solarstrom, der zunächst in einem Batteriespeicher gespeichert und später im Haus genutzt wird, trägt zum Eigenverbrauch bei.
Je mehr des selbst erzeugten Stroms im eigenen Gebäude genutzt werden kann, desto weniger Solarstrom muss ins öffentliche Netz eingespeist werden.
Wie wird der Eigenverbrauch berechnet?
Für den Eigenverbrauch werden die selbst genutzte Solarstrommenge und die gesamte Stromproduktion der Photovoltaikanlage miteinander verglichen.
Die vereinfachte Berechnung lautet:
Eigenverbrauchsanteil = selbst genutzter Solarstrom ÷ erzeugter Solarstrom × 100
Ein Beispiel:
Eine Photovoltaikanlage erzeugt innerhalb eines Jahres 10.000 kWh Strom. Davon werden 4.000 kWh im eigenen Haushalt genutzt.
4.000 kWh ÷ 10.000 kWh × 100 = 40 % Eigenverbrauch
Die übrigen 6.000 kWh werden als Überschuss in das Stromnetz eingespeist, sofern sie nicht anderweitig genutzt oder gespeichert werden.
Eigenverbrauch und Autarkiegrad sind nicht dasselbe
Diese beiden Werte werden häufig miteinander verwechselt.
Der Eigenverbrauchsanteil zeigt, welcher Anteil des erzeugten Solarstroms selbst genutzt wird.
Der Autarkiegrad beschreibt dagegen, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die eigene Photovoltaikanlage gedeckt werden kann.
Ein hoher Eigenverbrauch bedeutet deshalb nicht automatisch, dass ein Haushalt weitgehend unabhängig vom Stromnetz ist.
Eine sehr kleine PV-Anlage kann beispielsweise einen großen Teil ihres erzeugten Stroms direkt im Haus verbrauchen und dadurch einen hohen Eigenverbrauchsanteil erreichen. Gleichzeitig produziert sie möglicherweise viel zu wenig Energie, um einen großen Teil des gesamten Jahresstrombedarfs zu decken.
Was beeinflusst den Eigenverbrauch?
Entscheidend ist vor allem, ob Stromerzeugung und Stromverbrauch zeitlich zusammenpassen.
Wer tagsüber viel Strom benötigt, kann einen größeren Teil der aktuellen Solarproduktion unmittelbar verwenden. Wird der meiste Strom dagegen erst am Abend benötigt, entstehen tagsüber häufiger Überschüsse.
Besonders interessant für den Eigenverbrauch sind daher größere Verbraucher, deren Betriebszeiten zumindest teilweise gesteuert werden können.
Dazu gehören beispielsweise:
- Wärmepumpe
- Elektroauto und Wallbox
- Waschmaschine und Geschirrspüler
- Warmwasserbereitung
- Batteriespeicher
Ein intelligentes Energiemanagement kann solche Verbraucher bevorzugt dann einschalten oder laden, wenn ausreichend Solarstrom vorhanden ist.
Wie erhöht ein Batteriespeicher den Eigenverbrauch?
Ohne Speicher muss überschüssiger Solarstrom, der nicht unmittelbar benötigt wird, in das öffentliche Netz eingespeist werden.
Ein Batteriespeicher kann einen Teil dieses Überschusses aufnehmen. Die gespeicherte Energie steht anschließend beispielsweise am Abend oder in der Nacht zur Verfügung.
Dadurch lässt sich mehr des tagsüber erzeugten Solarstroms im eigenen Haushalt nutzen.
Ein größerer Speicher führt allerdings nicht unbegrenzt zu einem höheren Eigenverbrauch. Ist nicht genügend überschüssiger Solarstrom zum Laden vorhanden oder wird die gespeicherte Energie nicht regelmäßig benötigt, bleibt zusätzliche Speicherkapazität ungenutzt.
Elektroauto und Wärmepumpe sinnvoll einbinden
Auch ein Elektroauto kann den Eigenverbrauch deutlich beeinflussen, wenn es während der Solarstromproduktion zu Hause geladen werden kann.
Eine Wallbox mit PV-Überschussladen passt die Ladeleistung an die verfügbare Solarproduktion an und kann dadurch einen größeren Teil des erzeugten Stroms direkt im Fahrzeug nutzen.
Bei einer Wärmepumpe ist die Situation etwas anders. Sie erhöht zwar den Strombedarf des Hauses, der größte Heizbedarf entsteht jedoch überwiegend in Monaten mit geringerer Solarproduktion.
Trotzdem kann eine intelligente Steuerung insbesondere in der Übergangszeit dazu beitragen, vorhandenen Solarstrom besser zu nutzen.
Ist ein möglichst hoher Eigenverbrauch immer das beste Ziel?
Nicht unbedingt.
Ein hoher Eigenverbrauchsanteil lässt sich beispielsweise erreichen, indem eine Photovoltaikanlage bewusst sehr klein dimensioniert wird. Wirtschaftlich oder energetisch muss das jedoch nicht die beste Lösung sein.
Eine größere PV-Anlage kann zwar prozentual einen geringeren Eigenverbrauch haben, gleichzeitig aber deutlich mehr eigenen Solarstrom für Haushalt, Wärmepumpe und Elektroauto bereitstellen.
Deshalb sollten Eigenverbrauch, Autarkiegrad, Jahresertrag und Einspeisung immer gemeinsam betrachtet werden.
Eigenverbrauch mit dem PV-Rechner abschätzen
Unser PV-Rechner stellt den erwarteten Solarertrag dem Strombedarf des Gebäudes gegenüber. Dabei können auch zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto sowie ein Batteriespeicher berücksichtigt werden.
So lässt sich abschätzen, welcher Teil des erzeugten Solarstroms voraussichtlich selbst genutzt werden kann und welcher Anteil als Überschuss zur Verfügung steht.
Gerade beim Vergleich unterschiedlicher Anlagen- und Speichergrößen wird sichtbar, dass die höchste Eigenverbrauchsquote nicht automatisch die beste Anlagenkonfiguration bedeutet.
Entscheidend ist vielmehr, wie viel des eigenen Strombedarfs langfristig sinnvoll mit selbst erzeugtem Solarstrom gedeckt werden kann.


