Größe des Batteriespeichers: Wie viel kWh Speicher sind sinnvoll?
Die Größe eines Batteriespeichers sollte zur Photovoltaikanlage und zum Stromverbrauch des Gebäudes passen. Ein möglichst großer Speicher ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung. Entscheidend ist, ob genügend überschüssiger Solarstrom vorhanden ist, um den Speicher regelmäßig zu laden und die gespeicherte Energie anschließend auch wieder zu nutzen.
Die Speicherkapazität wird in Kilowattstunden (kWh) angegeben. Ein Batteriespeicher mit 10 kWh kann also eine bestimmte Energiemenge aufnehmen. Wie viel davon tatsächlich zur Verfügung steht, hängt unter anderem von der nutzbaren Speicherkapazität und den technischen Eigenschaften des Systems ab.
Wie groß sollte ein PV-Speicher sein?
Eine pauschale Speichergröße für jedes Einfamilienhaus gibt es nicht.
Für eine sinnvolle Dimensionierung sollten mindestens die Leistung der Photovoltaikanlage, der jährliche Stromverbrauch und die Verteilung des Verbrauchs über den Tag bekannt sein.
Besonders interessant ist der Strombedarf in den Stunden, in denen die PV-Anlage wenig oder keinen Strom produziert. Genau hier soll der Batteriespeicher einen Teil des zuvor erzeugten Solarstroms zur Verfügung stellen.
Wer beispielsweise nachts nur wenige Kilowattstunden benötigt, profitiert nicht automatisch von einem sehr großen Speicher.
Warum kann ein zu großer Batteriespeicher nachteilig sein?
Ein überdimensionierter Speicher kostet mehr und wird möglicherweise über längere Zeiträume nicht vollständig genutzt.
Besonders im Winter steht häufig nicht genügend überschüssiger PV-Strom zur Verfügung, um einen großen Batteriespeicher regelmäßig vollzuladen. Im Sommer kann dagegen das Gegenteil passieren: Der Speicher ist bereits früh gefüllt und weiterer Solarstrom wird trotzdem ins Netz eingespeist.
Für die Wirtschaftlichkeit ist deshalb nicht entscheidend, möglichst viele Kilowattstunden Speicherkapazität zu installieren.
Interessanter ist die Frage:
Wie häufig kann der Speicher im Laufe des Jahres sinnvoll geladen und wieder entladen werden?
PV-Leistung und Speichergröße gehören zusammen
Eine kleine Photovoltaikanlage kann einen sehr großen Batteriespeicher nur schwer regelmäßig mit überschüssigem Solarstrom versorgen.
Umgekehrt kann bei einer leistungsstarken PV-Anlage ein sehr kleiner Speicher bereits früh am Tag vollständig geladen sein.
Deshalb sollten PV-Leistung und Speicherkapazität gemeinsam betrachtet werden.
Einfache Faustregeln können für eine erste Orientierung hilfreich sein. Für eine konkrete Planung reichen sie jedoch nicht aus, weil zwei Haushalte mit identischer PV-Leistung völlig unterschiedliche Verbrauchsprofile haben können.
Nutzbare und angegebene Speicherkapazität unterscheiden
Beim Vergleich verschiedener Batteriespeicher sollte darauf geachtet werden, welche Kapazität tatsächlich angegeben wird.
Die Bruttokapazität beschreibt die gesamte im Batteriesystem vorhandene Kapazität. Die Nettokapazität beziehungsweise nutzbare Kapazität gibt dagegen an, welcher Anteil davon für den normalen Betrieb tatsächlich zur Verfügung steht.
Für den Vergleich unterschiedlicher Speicher ist daher insbesondere die nutzbare Kapazität interessant.
Ein Speicher mit einer hohen Bruttokapazität muss nicht zwangsläufig mehr nutzbare Energie bereitstellen als ein anderes Modell mit einem größeren nutzbaren Anteil.
Wärmepumpe und Elektroauto: Brauche ich dann einen größeren Speicher?
Wärmepumpe und Elektroauto erhöhen den Stromverbrauch eines Gebäudes deutlich. Daraus folgt aber nicht automatisch, dass auch der Batteriespeicher entsprechend groß werden muss.
Bei einer Wärmepumpe entsteht ein erheblicher Teil des Energiebedarfs während der Heizperiode. Gerade dann ist die Solarstromproduktion geringer.
Beim Elektroauto hängt viel davon ab, wann es zu Hause steht. Kann das Fahrzeug tagsüber direkt mit überschüssigem Solarstrom geladen werden, muss diese Energie nicht erst im Hausspeicher zwischengespeichert werden.
Deshalb sollten größere elektrische Verbraucher möglichst in das gesamte Energiekonzept einbezogen werden.
Mehr Autarkie durch einen größeren Speicher?
Mit einem Batteriespeicher lässt sich ein größerer Anteil des selbst erzeugten Solarstroms im eigenen Haus nutzen. Dadurch kann auch der Netzbezug sinken.
Der Zusammenhang ist allerdings nicht unbegrenzt.
Wird der Speicher immer größer, steigt der Autarkiegrad nicht automatisch im gleichen Verhältnis weiter. Irgendwann fehlt entweder genügend PV-Überschuss zum Laden oder ausreichend Verbrauch, um die gespeicherte Energie regelmäßig wieder abzurufen.
Eine sinnvolle Speichergröße sucht deshalb nicht nach dem maximal möglichen Wert, sondern nach einem guten Verhältnis zwischen Eigenverbrauch, Autarkie und tatsächlicher Nutzung des Speichers.
Welche Speichergröße sollte ich im PV-Rechner auswählen?
Für eine erste Berechnung können verschiedene Speicherkapazitäten miteinander verglichen werden.
Wer beispielsweise eine PV-Anlage mit 10 oder 12 kWp plant, kann prüfen, wie sich unterschiedliche Speichergrößen auf Eigenverbrauch und Netzbezug auswirken.
Unser PV-Rechner betrachtet den Batteriespeicher deshalb nicht isoliert. Speichergröße, PV-Leistung und Strombedarf werden gemeinsam berücksichtigt.
So lässt sich besser einschätzen, ob zusätzliche Speicherkapazität tatsächlich einen spürbaren Nutzen bringt oder ob ein kleinerer Batteriespeicher bereits einen großen Teil des gewünschten Effekts erreicht.
Denn ein guter Batteriespeicher ist nicht möglichst groß. Er ist passend zur Photovoltaikanlage und zum tatsächlichen Stromverbrauch dimensioniert.


