Jährlicher Stromverbrauch. Wie viel Solarstrom benötigen Sie wirklich?

Der jährliche Stromverbrauch ist eine wichtige Größe bei der Planung einer Photovoltaikanlage. Er zeigt, wie viel elektrische Energie ein Haushalt innerhalb eines Jahres benötigt und dient als Grundlage, um PV-Anlage, Eigenverbrauch und einen möglichen Stromspeicher sinnvoll aufeinander abzustimmen.

Den eigenen Jahresverbrauch finden Sie am einfachsten auf der letzten Stromabrechnung. Angegeben wird er in Kilowattstunden pro Jahr (kWh/Jahr).

Wichtig ist allerdings: Der heutige Stromverbrauch sollte nicht die einzige Grundlage für die Planung sein. Eine Photovoltaikanlage bleibt viele Jahre auf dem Dach. In dieser Zeit kann sich der Energiebedarf eines Hauses deutlich verändern.

Wie hoch ist der Stromverbrauch eines Haushalts?

Der tatsächliche Verbrauch hängt stark von der Anzahl der Personen und den vorhandenen elektrischen Geräten ab. Auch die Warmwasserbereitung kann einen deutlichen Unterschied machen.

Ein Haushalt mit zwei Personen benötigt beispielsweise häufig weniger Strom als eine vierköpfige Familie. Aussagekräftiger als pauschale Durchschnittswerte ist deshalb immer der eigene Verbrauch der vergangenen Jahre.

Wer mehrere Jahresabrechnungen zur Verfügung hat, sollte diese miteinander vergleichen. So lässt sich erkennen, ob der Strombedarf relativ konstant ist oder bereits steigt beziehungsweise sinkt.

Wärmepumpe und Elektroauto verändern den Strombedarf

Bei der Planung sollte auch berücksichtigt werden, was in den kommenden Jahren hinzukommen könnte.

Besonders eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto kann den jährlichen Stromverbrauch deutlich erhöhen. Gleiches gilt beispielsweise für eine elektrische Warmwasserbereitung, Klimatisierung oder weitere größere Verbraucher.

Wer heute 4.000 kWh Haushaltsstrom benötigt, sollte eine geplante Wärmepumpe oder ein zukünftiges Elektroauto deshalb nicht einfach außer Acht lassen.

Sonst wird eine Photovoltaikanlage möglicherweise ausschließlich auf den heutigen Bedarf ausgelegt, obwohl wenige Jahre später wesentlich mehr selbst erzeugter Strom genutzt werden könnte.

Jahresverbrauch und Eigenverbrauch sind nicht dasselbe

Ein häufiger Denkfehler besteht darin, den Jahresverbrauch direkt mit dem Jahresertrag der Photovoltaikanlage zu vergleichen.

Verbraucht ein Haushalt beispielsweise 5.000 kWh Strom und erzeugt die PV-Anlage ebenfalls 5.000 kWh im Jahr, bedeutet das nicht, dass der gesamte Strombedarf durch die Anlage gedeckt wird.

Der Grund ist der unterschiedliche Zeitpunkt von Erzeugung und Verbrauch.

Im Sommer kann die Photovoltaikanlage deutlich mehr Strom produzieren, als gerade benötigt wird. Nachts oder an sonnenarmen Wintertagen muss dagegen weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.

Deshalb ist neben der Jahresmenge auch entscheidend, wann der Strom im Haushalt verbraucht wird.

Warum ist das Verbrauchsprofil so wichtig?

Zwei Haushalte mit jeweils 5.000 kWh Jahresverbrauch können ihren Solarstrom völlig unterschiedlich nutzen.

Ist tagsüber regelmäßig jemand zu Hause, können viele Verbraucher direkt mit PV-Strom betrieben werden. Findet ein großer Teil des Verbrauchs dagegen erst am Abend statt, fällt der direkte Eigenverbrauch möglicherweise geringer aus.

Genau hier können die Ausrichtung der PV-Anlage, eine intelligente Steuerung größerer Verbraucher und gegebenenfalls ein Batteriespeicher eine Rolle spielen.

Eine gute Planung betrachtet deshalb nicht nur die Zahl auf der Stromrechnung, sondern möglichst auch die Verteilung des Stromverbrauchs über den Tag.

Wie groß sollte die PV-Anlage bei meinem Stromverbrauch sein?

Eine einfache Regel wie „5.000 kWh Verbrauch bedeuten 5 kWp Photovoltaik“ greift zu kurz.

Die sinnvolle Anlagengröße hängt zusätzlich von der verfügbaren Dachfläche, der möglichen Gesamtleistung, der Ausrichtung und dem zu erwartenden Solarertrag ab.

Ist ausreichend geeignete Dachfläche vorhanden, kann es sinnvoll sein, mehr Solarstrom zu erzeugen, als der Haushalt aktuell innerhalb eines Jahres verbraucht. Überschüsse können eingespeist werden und gleichzeitig entsteht Spielraum für einen künftig höheren Strombedarf.

Jahresstromverbrauch im PV-Rechner richtig angeben

Für eine realistische Berechnung sollten Sie möglichst den tatsächlichen Stromverbrauch der letzten zwölf Monateverwenden.

Wenn bereits bekannt ist, dass beispielsweise eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto hinzukommt, sollte der zukünftige Mehrverbrauch bei der Planung zusätzlich berücksichtigt werden.

In unserem PV-Rechner wird der Jahresstromverbrauch zusammen mit Anlagenleistung, Ausrichtung und weiteren Angaben betrachtet. Dadurch lässt sich besser einschätzen, wie die geplante Photovoltaikanlage zum tatsächlichen Energiebedarf des Gebäudes passt.

Denn eine gute PV-Planung beantwortet nicht nur die Frage, wie viel Strom auf dem Dach erzeugt werden kann, sondern auch, wie viel davon im eigenen Haus sinnvoll genutzt werden kann.

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