Stromkostenersparnis. Wie viel können Sie mit Photovoltaik sparen?

Eine Photovoltaikanlage kann die laufenden Stromkosten reduzieren, weil ein Teil des benötigten Stroms direkt auf dem eigenen Dach erzeugt wird. Jede selbst genutzte Kilowattstunde Solarstrom muss nicht zum regulären Strompreis aus dem öffentlichen Netz bezogen werden.

Wie hoch die Stromkostenersparnis durch Photovoltaik tatsächlich ausfällt, hängt deshalb nicht nur vom Jahresertrag der Anlage ab. Entscheidend ist vor allem, wie viel des erzeugten Solarstroms selbst genutzt werden kann und welchen Preis Sie ansonsten für Netzstrom bezahlen würden.

Wie wird die Stromkostenersparnis berechnet?

Für eine vereinfachte Berechnung werden der selbst genutzte Solarstrom und der aktuelle Strompreis miteinander multipliziert:

Selbst genutzter Solarstrom × Strompreis = vermiedene Strombezugskosten

Ein Beispiel:

Ein Haushalt nutzt jährlich 4.000 kWh Solarstrom selbst. Würde der Netzstrom 0,35 Euro pro kWh kosten, ergibt sich rechnerisch:

4.000 kWh × 0,35 €/kWh = 1.400 Euro pro Jahr

Diese 1.400 Euro entsprechen den Stromkosten, die unter diesen vereinfachten Annahmen nicht für den Bezug derselben Energiemenge aus dem öffentlichen Netz anfallen.

Einspeisevergütung und Stromkostenersparnis unterscheiden

Nicht selbst verbrauchter Solarstrom kann in das öffentliche Stromnetz eingespeist werden. Dafür kann eine Vergütung gezahlt werden.

Diese Einnahmen sollten jedoch nicht mit der eigentlichen Stromkostenersparnis verwechselt werden.

Für eine transparente Betrachtung würde ich deshalb zwei Werte getrennt ausweisen:

Ersparnis durch Eigenverbrauch
und
Einnahmen durch Netzeinspeisung

Erst anschließend können beide Beträge für eine übergeordnete wirtschaftliche Betrachtung zusammengeführt werden.

Warum ist selbst verbrauchter Solarstrom besonders interessant?

Für jede selbst genutzte Kilowattstunde PV-Strom muss entsprechend weniger Energie vom Stromanbieter bezogen werden.

Wie groß der finanzielle Vorteil ist, hängt damit unmittelbar vom jeweiligen Stromtarif ab. Steigt der Bezugspreis, steigt unter sonst gleichen Bedingungen auch der Wert des selbst genutzten Solarstroms. Sinkt der Strompreis, fällt die rechnerische Ersparnis entsprechend geringer aus.

Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung über viele Jahre sollte deshalb nicht davon ausgehen, dass der heutige Strompreis dauerhaft unverändert bleibt.

Wie beeinflusst ein Batteriespeicher die Stromkosten?

Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom aufnehmen und später wieder zur Verfügung stellen.

Dadurch kann sich der Netzbezug reduzieren und mehr eigener Solarstrom im Gebäude genutzt werden.

Die zusätzlich vermiedenen Stromkosten sollten allerdings nicht isoliert betrachtet werden. Ein Speicher verursacht selbst Anschaffungskosten und weist technische Verluste auf.

Ein höherer Eigenverbrauch bedeutet daher nicht automatisch, dass ein möglichst großer Batteriespeicher auch wirtschaftlich die beste Lösung ist.

Wärmepumpe und Elektroauto erhöhen das Einsparpotenzial

Eine Wärmepumpe oder ein Elektroauto kann den Stromverbrauch eines Gebäudes deutlich erhöhen. Gleichzeitig entstehen dadurch zusätzliche Möglichkeiten, selbst erzeugten Solarstrom direkt zu nutzen.

Besonders günstig ist es, wenn größere Verbraucher gezielt in Zeiten hoher PV-Produktion betrieben werden können.

Ein Elektroauto kann beispielsweise über eine geeignete Wallbox bevorzugt mit PV-Überschuss geladen werden. Auch der Betrieb einer Wärmepumpe lässt sich innerhalb technischer und komfortbedingter Grenzen teilweise an die Solarproduktion anpassen.

Je mehr Netzstrom dadurch ersetzt werden kann, desto größer kann die Stromkostenersparnis ausfallen.

Warum ist die berechnete Ersparnis nur eine Prognose?

Die tatsächliche Stromkostenersparnis kann sich von einer Vorausberechnung unterscheiden.

Solarertrag, eigener Stromverbrauch, Strompreise und Nutzerverhalten können sich über die Jahre verändern. Auch technische Verluste und die tatsächliche Nutzung eines Batteriespeichers beeinflussen das Ergebnis.

Eine Berechnung sollte deshalb keine garantierte Ersparnis versprechen, sondern eine realistische Orientierung auf Basis der eingegebenen Werte liefern.

Stromkostenersparnis mit dem PV-Rechner berechnen

Unser PV-Rechner verbindet den erwarteten Solarertrag mit dem Stromverbrauch und dem voraussichtlichen Eigenverbrauch. Zusätzliche Verbraucher wie Wärmepumpe und Elektroauto sowie ein Batteriespeicher können ebenfalls berücksichtigt werden.

Auf dieser Grundlage lässt sich abschätzen, wie viel Netzstrom durch die eigene Photovoltaikanlage ersetzt werden könnte und welche jährliche Stromkostenersparnis daraus entsteht.

So wird nicht nur sichtbar, wie viel Strom die geplante PV-Anlage erzeugen kann, sondern auch, welchen finanziellen Nutzen der selbst verbrauchte Solarstrom voraussichtlich bringt.

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